Die Geschichte der „Heilung eines Taubstummen“ – ein Blick auf das Markusevangelium aus heutiger Sicht

Von Agata Struck

Im Hinblick auf den Predigttext für Sonntag den 22.08.2021, wurden wir von Pastorin und Vorstandsmitglied unseres Stiftungsverbundes Frau Luise Jarck-Albers dazu eingeladen, an der Gestaltung des Gottesdienstes mitzuwirken, um aus heutiger Sicht und aus der Perspektive von Gehörlosen auf das Thema zu blicken.

Tim Bergmann, Mitarbeiter des Stiftungsverbundes, verdeutlicht der Gemeinde in einem Predigtgespräch seine Empfindungen in Bezug auf die Worte „Heilung“ und „taubstumm“: Gehörlose Menschen sind nicht stumm, sie haben eine Sprache. Die Gebärdensprache, 2002 als eigenständige Sprache anerkannt. Auch ist man heutzutage, Gott sei Dank, fern davon Gehörlose heilen zu wollen. Jeder Mensch, ob mit oder ohne eine Beeinträchtigung ist vollwertig vor Gott und auch vor dem Gesetz. Es gilt vielmehr die Barrieren in der Gesellschaft abzubauen, Diversität anzuerkennen, Strukturen anzupassen – ja, vielleicht die Gesellschaft zu „heilen“, um inklusiv zu leben! Wir stellen uns vor, dass die biblische Geschichte auch symbolisch für die Gemeinschaft steht. Jesus wendet sich einem aus der Gesellschaft ausgegrenzten Mensch zu. Er reicht die Hand, berührt ihn, ist ihm Nahe, um vom Ausschluss aus der Gesellschaft zu „heilen“, um ihn in die Gemeinschaft aufzunehmen.

Vielen Dank für die schöne Einladung und allen Beteiligten für Ihren Einsatz!