Herbert Feuchte Stiftungsverbund

Mit und ohne Worte

Abschied von Christian Eissing, langjähriger Pastor für Gehörlosenseelsorge

Pastor Christian Eissing (65) aus Heide in Schleswig-Holstein tritt zum 1. Februar 2021 in den Ruhestand. Der geplante Verabschiedungsgottesdienst muss wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Eine Verabschiedung wird im kleinen Rahmen intern nachgeholt. Seit August 2002 war Eissing als Pastor für Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge tätig. Zu seinen Aufgaben zählte die Seelsorge in den Einrichtungen des Herbert-Feuchte-Stiftungsverbunds für Menschen mit Behinderung. Ebenso war Eissing für die Betreuung der Gehörlosen-Gemeinden in Dithmarschen und im Kreis Pinneberg zuständig. In Itzehoe und Heide beriet er schwerhörige Menschen.

„Nach über achtzehn Jahren Abschied zu nehmen, fällt mir schwer“, sagt Eissing, der zuvor Pastor in einer ländlichen Kirchengemeinde war. Sein Aufgabenspektrum als Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorger war breit. Es reichte von Seelsorgegesprächen über oft sehr gut besuchte Gottesdienste bis hin zu gemeinsamen Aktivitäten wie Gemeindefahrten. Auch die Begleitung bei Trauerfällen im Herbert-Feuchte-Stiftungsverbund erwies sich als wichtige Aufgabe. Dabei stand Eissing Betreuerinnen und Betreuern ebenso als Ansprechpartner zur Verfügung wie den Betroffenen. „Eine wichtige Rolle spielte bei meiner Arbeit, was ich ‚Tür- und Angelseelsorge‘ nenne“, sagt Eissing. „Mir war wichtig, vor Ort und ansprechbar zu sein und ich danke den Menschen, die auf mich zugekommen sind, für ihr Vertrauen“, so Eissing.

Prof. Dr. habil. Kerstin Lammer, Leitende Pastorin des Hauptbereichs für Seelsorge und gesellschaftlichen Dialog, würdigt Christian Eissing für seinen langen Dienst: „Gerade während der Corona-Pandemie fällt auf, dass im Fernsehen Gebärdendolmetscher zu sehen sind, wenn wichtige Mitteilungen gemacht werden. Das geht sicher noch besser, aber über solche Fortschritte freue ich mich gemeinsam mit Pastor Eissing! Menschen wie er haben durch ihre tägliche Arbeit am großen Projekt der Inklusion und an einer Verbesserung der Teilhabe entscheidend mitgewirkt. Wir danken ihm dafür!“. Eissings Aufgaben in Dithmarschen und für den Herbert-Feuchte-Stiftungsverbund sollen ab Oktober von einer Diakonin oder einem Diakon fortgeführt werden. „Wir freuen uns, dass wir die große Lücke, die Pastor Eissing nach so vielen Jahren hinterlässt, so wenigstens teilweise schließen können“, sagt Lammer.

Wie Pastorin Lammer dankt auch Sascha Wiese, Geschäftsführer des Herbert-Feuchte-Stiftungsverbunds, Pastor Eissing für seinen langjährigen Einsatz und die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Christian Eissing hat durch seine Tätigkeit und sein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen in unseren Einrichtungen für mehrfachbehinderte Hörgeschädigte einen wichtigen Anteil an dem Erfolg unserer Arbeit geleistet. Wir werden ihn mit seiner freundlichen und zugewandten Art vermissen.“

 

Text: Andrea Kaiser, Öffentlichkeitsbeauftragte des Hauptbereichs Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog der Nordkirche